Wen
der Buckel nicht drückt...
Ich muss gestehen,
ich habe ihn zuerst nicht erkannt. Erst als er mir sagte, dass er
den Diener des Grafen spiele, konnte ich die Ähnlichkeit sehen. Zu
verblüffend ist die Verwandlung von Torsten Flach, dem Quereinsteiger
aus Frankfurt am Main, in den Quasimodo-Verschnitt »Koukol«.
Der frühere Layouter kam nach einer privaten Ausbildung und
nach Engagements an der Stuttgarter Tribüne und dem Pforzheimer Stadtheater
- dort spielte er u. a. den Bromden in »Einer flog über das
Kuckucksnest«, die Vogelscheuche im »Zauberer von Oz«
und den Kardinalinquisitor in Brechts »Galilei« – nach Wien
zu seinem ersten Musical.
An
seinem Gesicht hat man gar nicht so viel gemacht. Es sind das Kostüm,
der Schaumstoffbuckel – »der ist ganz leicht« – und
vor allem Torstens Haltung, seine Bewegungen, die das Krüppelhafte
ergeben. Er muss selbst bei schnellen Bewegungen das Bein richtig
verdreht zu halten – »das geht bis an die Schmerzgrenze, und Polasnki
hat da ganz exakt darauf geachtet«. Vielleicht kommt Torsten
da seine Kabarett-Erfahrung zugute – er kann auf jeden Fall auch bei hoher
Geschwindigkeit entsprechend humpeln und den Krüppel glaubhaft wirken
lassen.
Es ist schon bemerkenswert:
Da singt einer nicht, da tanzt einer nicht, und die Zähne bleiben
ihm auch erspart – und trotzdem verleiht er dem Stück einen ganz eigenen
Reiz!