Die Besprechungen sind alphabetisch nach den Autoren/Autorinnen geordnet.

»Die Klarheit ist die Höflichkeit des Kritikers, die Deutlichkeit seine Pflicht und Aufgabe.«
(Marcel Reich-Ranicki, 1920 – 2013)

»Aufrichtigkeit ist die erste Pflicht des Kritikers.«
(Marcel Reich-Ranicki 2004 in der Talkshow »Menschen bei Maischberger«)

»Deutlichkeit heißt das große Ziel der Kritik.«
(Marcel Reich-Ranick 1970 in »Lauter Verrisse«)

»Der Kritiker hat keine Angst als Tadler zu gelten. Jeder vernünftige Mensch ist gefasst, dass die die Mehrzahl aller Kritiker tadeln muss.«
(Alfred Kerr, 1867 – 1948: 1917)

Wie ich meine Rolle als Kritiker sehe: Schön oder gut? – Gedanken zur Kunstkritik (Essay)
(Saarländisches Kultur-Journal 5/1995)


Anhalt, Utz: Die gemeinsame Geschichte von Wolf und Mensch. Von Wolfsmenschen und Werwölfen – 160 S., Schwarzenbek: Cadmos 2013

Utz Anhalt, Historiker mit einer Doktorarbeit über den Zoo (»Tiere und Menschen als Exoten«), ist u. a. pädagogischer Ausstellungsgestalter der Aktionsgemeinschaft Artenschutz und arbeitet als Wissenschaftsjournalist; einer breiteren Öffentlichkeit ist er bekannt durch Auftritte als (Wer-)Wolf-Experte bspw. bei Pro7 und Fantasy-Cons sowie seine Artikel u. a. für die Zeitschrift Karfunkel.

Anhalt nimmt die Rückkehr des Wolfes nach Mitteleuropa zum Anlass, um über dieses Tier und sein Verhältnis zum Menschen zu philosophieren – denn das ist der Schwerpunkt seines Buches, das als Sachbuch daherkommt, aber schon durch seine elegante Gestaltung signalisiert, dass der Autor mehr will. Natürlich stecken in diesem Buch viele Informationen, über die Beziehung zwischen Mensch und Wolf und ihre Geschichte, angelegt als weltweiter Überblick und über die letzten Jahrtausende – doch es ist oft nur ein Überblick ohne die Möglichkeit, etwas zu überprüfen oder zu vertiefen. Hinweise und Informationen aus vielen Kulturen wechseln sich ab mit Hypothesen – oder besser Behauptungen – über Philosophie, (Kultur-)Anthropologie und Psychologie, meist ohne Belege und manchmal eher esoterisch und vor allem in der Regel viel zu verallgemeinernd.

»Der Wolf« wird als Lehrer der Jäger, Feind der Hirten und Teufel der Christen dargestellt, als »Bruder Wolf«, als das die Mythen am meisten beeinflussende Tier (worüber man streiten kann). Sehr spekulativ wird es, wenn Utz Anhalt seiner Begeisterung für den Schamanismus freien Lauf lässt, meist ohne zu differenzieren zwischen den verschiedenen Formen, die es gibt bzw. gab, und wenn er dann relativ unreflektiert seine Thesen in die Jetztzeit überträgt, z. B. bei seinen Behauptungen über die Identifikation heutiger Jugendlicher mit dem Wolf.

Der Aufbau des Buches ist nicht immer schlüssig, der Autor springt etwas durch die Zeiten und Themen, das leider manchmal auch innerhalb der Kapitel; so wird Rotkäppchen zwischen der berühmten Bestie vom Gévaudon und Haarmann, dem »Werwolf von Hannover«, behandelt. Für Leser/innen, die sich nicht auskennen, wären in diesem Kapitel einige biografische und Zeitangaben sinnvoll wie auch angesichts der Fülle biologischer und historischer Erwähnungen ein Überblick über die noch unter uns weilenden und die ausgestorbenen Wolfsunterarten.

Leider gibt es ein paar (wenige) handfeste Fehler: In der frühen Fassung von »Rotkäppchen« von Charles Perrault (Le Petit Chaperon rouge, 1695) etwa endet die Geschichte mit dem Tod des Mädchens; Anhalts auf die Funktion des Jägers und die »Befreiung« Rotkäppchens gestützte Thesen sind daher haltlos – und psychologisch sowieso fragwürdig. Leider ist auch oft nicht zu erkennen, wessen Thesen ich eigentlich lese, was originär Anhalts Meinung ist, zumal er oft verschiedene Auffassungen kommentarlos nebeneinander stellt. Das Literaturverzeichnis hilft auch nicht viel weiter, weil es bei Zitaten selten mehr als einen Autorennamen gibt, noch seltener einen Hinweis auf die Quelle.

Dies ist ein durchaus interessantes Buch, wenn man es Anregung liest, sich näher mit dem Thema zu beschäftigen, oder als Überblick, welche Aspekte spannend sein könnten, auch als Essay zum Thema und Plädoyer für einen fairen Umgang mit dem Wolf. Um sich näher mit dem Thema zu beschäftigen, bedarf es dann vertiefender Lektüre.


Axelrod, Gerald: Transsylvanien. Im Reich von Dracula – Würzburg 2009

Der bekannte österreichische Fotograf Gerald Axelrod, der schon einige Fotobände veröffentlicht und in der Szene einen guten Namen hat, widmet sich in diesem großformatigen Fotoband mit 98 Fotos auf 128 Seiten der Geschichte von und den Mythen um Vlad Țepeș sowie den Grundlagen des Romans Dracula: eine Fotoreise auf den Spuren der Pfähle und Z ähne. In einem ersten Teil geht es um Vlad Țepeș, in einem zweiten um Vampire und Vampirinnen sowie ihren Mythos im Allgemeinen, vor allem auch den Vampirglauben auf dem Balkan. Im dritten Teil schließlich geht es um die Entstehung des Romans »Dracula« und dessen spätere Erfolgsgeschichte. Natürlich steht nichts wirklich Neues in diesem Buch, und der Text ist zwangsläufig kurz und kursorisch geraten, das Wesentliche sind eben die Fotos und das Atmosphärische. Wer sich darauf einlassen möchte, ist mit diesem Buch aufs Beste bedient!


Axelrod, Gerald: Die Geheimnisse der Blutgräfin Elisabeth Báthory. Ihr Leben mit Fotografien aus der Slowakei, Österreich und Ungarn – Würzburg 2011

Wie schon in seinem Buch über Transsylvanien bzw. Dracula erzählt der bekannte österreichische Fotograf Gerald Axelrod vor allem mit seinen Fotos die Geschichte und die Hintergründe der als »The World Champion Lady Vampyr of All Time« bekannten Elisabeth Báthory. Aktuelle geschichtliche Erkenntnisse wie psychologische Hintergründe werden dargestellt, wenn auch natürlich relativ kurz und kursorisch. Mittelpunkt des Buches sind 128 Fotografien auf gleich vielen Seiten in diesem Buch, die ausnahmslos alle Burgen, Schlösser und Orte zeigen, an denen sich die Blutgräfin nachweislich aufgehalten hat. Eine durchaus spannende Reise in die Geschichte und Mythen, ein wirklich spannendes Buch!


Bandini, Ditte und Giovanni Bandini: Das Vampirbuch – dtv, München 2008

Das Ehepaar Bandini ist bekannt für gut verständliche Werke über mythologische Wesen oder Sagengestalten. Ditte Bandini studierte Völkerkunde, Religionsgeschichte und Indologie, Giovanni Bandini Indologie, Vergleichende Religionswissenschaft und Indische Kunstgeschichte – sie kennen sich also wirklich aus und sind bzw. waren beide auch im Wissenschaftsbetrieb tätig. Man merkt ihren Büchern an, dass sie auch komplexe Zusammenhänge gut erklären können. Leider spielt dabei die Genauigkeit und Korrektheit der Fakten nicht immer die Rolle, die bei einem Sachbuch möglich wäre. Das Spektrum des Buches reicht von literarischen Vampirinnen und Vampiren wie Carmilla und Dracula über historische Persönlichkeiten wie Vlad Țepeș bis zu den modernen »lebenden Vampiren« unter solchen exotischen Erscheinungen wie Psivamps oder Energie- und Cybervampiren. Als kleiner Überblick und leichter unterhaltender Lesestoff ist das Buch gut geeignet, sofern man bereit ist, bei einzelnen Punkten nachzurecherchieren. Manche Behauptungen sind fragwürdig, sie werden nicht selten in den Raum gestellt, ohne Belege oder Begründungen. Manches wird durch die Verkürzung zumindest nicht mehr ganz korrekt, wenn nicht gar falsch. Als ernsthaftes Sachbuch ist dieses Werk daher leider nicht geeignet (und wohl auch nicht gemeint), wohl aber als unterhaltsame Einführung für Nicht-Fachleute in ein faszinierendes Thema.


Benecke, Mark: Mordspuren. Neue spektakuläre Kriminalfälle – erzählt vom bekanntesten Kriminalbiologen der Welt – Bastei-Lübbe, Bergisch Gladbach 2007

Der bekannte Kriminalbiologe Mark Benecke, gerne auch bei den Vampirologen aktiv (Bild 2003 und Bilder 2005), hat ein neues Buch geschrieben, in dem er einiges über die wissenschaftliche Arbeit und viel über meist ältere Kriminalfälle erzählt. (Der Untertitel täuscht da ebenso wie der Werbetext des Verlages, in dem Benecke als Kriminologe vorgestellt wird.) Insgesamt ist das Buch leider etwas enttäuschend; Benecke plaudert mehr, als dass er intensiv informiert, viele der Informationen sind nicht neu, manches ist einfach abgeschrieben aus älteren Berichten. Manchmal wünsche ich mir während des Lesens, Benecke hätte ein/e erfahrene/r Autor/in oder Lektor/in zur Seite gestanden, um inhaltlich wie formal zu straffen. Dennoch ist das Buch einigermaßen informativ und ganz unterhaltsam.

Aus der Sicht der Vampirologie ist das Buch wegen des ersten, längsten Kapitels durchaus empfehlenswert; es ist überschrieben: »Vampirverbrechen, Kannibalen und eine Vergewaltigung« (der etwas reißerische Duktus ist typisch für das Buch). Als umfassender Überblick über die Kriminalgeschichte der Verbrechen, die kannibalistisch oder vampiristisch eingeordnet werden, ist dies zwar nicht ausreichend, dazu beschränkt sich Benecke zu sehr auf ausgewählte Fälle. Doch als essayistische Einführung ins Thema ist das Kapitel für die, sich damit noch nicht gut auskennen, empfehlenswert, und auch für Fachleute ist der eine oder andere Aspekt interessant. Beneckes Buch kann also durchaus eine Bereicherung sein für eine Vampir- wie für eine Krimibibliothek.


BUCHTIPP 2005: Julia Bertschik, Christa Agnes Tuczay (Hrsg.): Poetische Wiedergänger – Deutschsprachige Vampirismus-Diskurse vom Mittelalter bis zur Gegenwart – Narr Francke Attempto Verlag, Tübingen 2005, 336 S.

Dies ist eines der besten Bücher über Vampire, das mir in den letzten Jahren untergekommen ist, und seit dem Werk von Völker und Sturm das beste im deutschsprachigen Raum. Sicher hängt dies damit zusammen, dass hier nur arrivierte Wissenschaftler/innen schreiben, Menschen, die nicht nur genau wissen, was und worüber sie schreiben, sondern dies auch gut vermitteln können.
in dieser kulturwissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Phänomen Vampir werden Funktionen und Strukturen der Vampirthematik interdisziplinär untersucht, sauber recherchiert, quellen- und zumindest teilweise auch genderorientiert. Das Spektrum reicht von historischen und ethnologischen Berichten über medizinische und kriminologische Aspekte bis zu mehr oder weniger populären literarischen Quellen. Der Schwerpunkt liegt dabei, wie der Untertitel andeutet, auf der Untersuchung von
Formen der direkten und indirekten Verarbeitung und Umschreibung des Vampirphänomens in Texten und Medien.
Man muss den Autor/innen nicht in allen Punkten zustimmen, um von dem Buch begeistert zu sein. So bin ich nicht der Auffassung, dass sie wirklich die Vampirdiskurse
»von ihren Anfängen bis zur Gegenwart« untersuchen. Denn ich bin nicht der Auffassung des von mir sehr geschätzten Marco Frenschkowski, der den Begriff Vampir doch sehr eng auslegt und so auf den slavischen Vampir und dessen Nachkommen reduzieren will (in »Keine spitzen Zähne. Von der interkulturellen Vergleichbarkeit mythologischer Begriffe: das Beispiel des Vampirs«). Anders als Frenschkowski sehe ich einer weitergefassten Begrifflichkeit eher Chancen für weiterführende Untersuchungen als Einschränkungen.
Es ist hier nicht der Raum, ausführlich auf alle Kapitel dieses Buches einzugehen. Nur soviel: Sehr ausführlich und allgemein sind die Ausführungen von Julia Bertschik und Christa Tuczay (Einleitung) und Clemens Ruthner (Untote Verzahnungen. Prologema zu einer Literaturgeschichte des Vampirismus). Zwei Kapitel sind ebenfalls allgemeiner gehalten: Vom »üblen Geist«; zum »Vampier«: Die Darstellung des Vampirs in den Berichten österreichischer Militärärzte zwischen 1725 und 1756 von Peter Mario Kreuter ist besonders interessant vor dem Hintergrund der Entstehung der »Vampirhysterie« im frühen 18. Jahrhundert, und der bekannte Kriminalbiologe Mark Benecke stellt in Vampire unter uns: Jugendliche Vampirsubkulturen aktuelle Vampirrezeptionen in Form von Lebensweisen vor uns schlägt damit den Bogen ins 21. Jahrhundert. Einige Kapitel sind besonders stark gender-orientiert, so Phantasmen der Niederlage. Über weibliche Vampire und ihre männlichen Opfer um 1900 (Hans Richard Brittnacher) und »... es ist überhaupt gar nichts da«. Strategien der Visualisierung und Entvisualisierung der vampirischen Femme fatale (Ingrid Cella).
Die übrigen Kapitel beschäftigen sich mit speziellen Themen, die wohl nicht immer für alle, aber doch für die jeweils daran Interessierten sehr spannend sind: »... swem er den tôt getuot, dem sûgents ûz daz warme bluot«. Wiedergänger, Blutsauger und Dracula in deutschen Texten des Mittelalters (Christa Tuczay), Historische Hintergründe: Der Aufstieg der Vampire im Habsburgerreich des 18. Jahrhunderts (Gábor Klaniczay), Wiedergängerische Texte: Die intertextuelle Vernetzung des Vampirmotivs in E.T.A. Hoffmanns »Vampirismus«-Geschichte (Silke Arnold-de Simine), »Und der Verdammte bist du allein!« Vampire in der deutschen Oper (Karin Lichtblau), Von Vampiren und anderen Degenerierten. »Dracula« im Kontext moderner Entartungsdiskurse (Michaela Wünsch), Bluterguß der Seele«". Diskursformen vampiristischer Ökonomie in der Zwischenkriegszeit (Julia Bertschik), Die Transformation des Trivialen oder: H.C. Artmanns vampiristische Postmoderne (Michael Schmidt), Digitale Vampire. Zur literarischen Aneignung des Vampirs im Computerspiel »Legacy of Kain« (Stefan Pattis und Rainer Sigl).


Norbert Borrmann: Orte des Schreckens. Warum das Grauen überall nistet – Atmosphären Verlag, München 2004, gebunden, 288 Seiten

Alle paar Jahre legt Norbert Borrmann, promovierter Geisteswissenschaftler (Kunstgeschichtler und  Historiker), ein Buch vor, das sich tiefschürfend mit einem bestimmten Aspekt des Grauens beschäftigt. Nach Darlegungen über Vampire (Vampirismus oder die Sehnsucht nach Unsterblichkeit) und über Frankenstein legt er nun eine umfangreiche Studie vor über Orte des Schreckens. Anders, als man zunächst vermuten könnte, handelt es sich hier nicht um eine Aufzählung oder Darstellung mehr oder minder bekannter Plätze oder Bauten. Borrmann untersucht vielmehr die Gründe, warum bestimmte Örtlichkeiten oder Räume in und Grauen oder Angst hervorrufen (können) und warum sie gerne in Literatur und Film auch adäquat eingesetzt werden.
In einer kurzen, aber gründlichen Einführung erläutert Borrmann, warum uns Örtlichkeiten Angst und Schrecken einjagen können. Manchmal bleibt er dabei ein wenig oberflächlich, reißt Themen an oder stellt Hypothesen vor, ohne diese weiter zu erläutern. Seine Darstellung etwa von »Orten der Kraft« ist nicht überzeugend, er referiert Behauptungen ohne Belege. Dies gilt für das gesamte Werk; immer wieder werden Sachen behauptet, die zumindest hinterfragt werden können.  Wenn man aber mit der gebotenen Vorsicht herangeht und das Buch eher als Sammlung interessanter Aspekte und literarischen Essay denn als Sachbuch liest, also weder unbedingt absolute Tatsachentreue erwartet noch umfassende Komplettheit, ist dies ein sehr lesenswertes Buch.
Borrmann beschränkt sich nicht auf Orte im engen Sinn von Örtlichkeit. Diese behandelt er in einem ersten Teil, »Diesseitige Orte des Schreckens«, der von Industrielandschaften über Schlachthaus und Anatomiesal, Tatort und Hinrichtungsplätze, Schlachtfeldern und Konzentrationslagern bis ins Weltall führt. Es folgen die »Schrecken aus dem Zwischenreich«: Sodom und Gomorrha, Labyrinth und  Spukhäuser, Blocksberg und magische Zirkel, aber auch Spiegel und Virtual Reality. In einem letzten Teil werden die jenseitigen Orte4 des Schreckens behandelt: Totenrecih, Fegefeuer, Hölle – und das Nichts.
Ich vermisse einige Aspekte und Überlegungen, vor allem aus dem literarischen Bereich. Und mir ist manches zu essayistisch, oft auch zu wenig hinterfragt. Dennoch kann ich dieses Buch sehr empfehlen, sowohl zur unterhaltsamen wie auch zur anregenden Lektüre, denn es liefert doch viele Ideen und Aspekte und auch manches interessante Detail.


BUCH DES JAHRES 1998:
Norbert Borrmann: Vampirismus oder die Sehnsucht nach Unsterblichkeit, Eugen Diederichs Verlag, München 1998, geb. mit Schutzumschlag, 364 Seiten · 1999 neu aufgelegt mit leichten Korrekturen

Endlich ist es gelungen: ein wenigstens in großen Teilen glaubwürdiges, seriöses und gut gelungenes Werk über den Vampirismus. Norbert Borrmann, promovierter Geisteswissenschaftler (Kunstgeschichtler und  Historiker), hat eine umfangreiche Fleißarbeit vorgelegt, die wirklich fast alles, was zum Thema zu sagen ist, zumindest anreißt. Da werden Filme genauso behandelt wie die mythologischen Grundlagen des Vapirismus, die wichtigsten historischen Gestalten kommen ebenso vor wie die einschlägigen Massenmörder – ein Buch, das sich spannend liest und trotzdem viel Wissenswertes vermittelt.
Natürlich habe ich als Fachmann Kritik in Einzelpunkten anzumelden: So fehlen viele wichtige Filme und vor allem (neuere) Bücher, Aspekte der modernen populären Kultur wie Rollenspiel und Wave/Gothic kommen nicht vor, und die physiognomische Interpretation von »Vampiren« wie Haarmann oder Hitler halte ich für verwegen.
Vor allem aber ist der grundlegende Ansatz, Vampirismus als »Archetyp« zu betrcahten, zumindest fragwürdig, auch wenn ich seit Jahren die Auffassung des Autor teile, »im heutigen allgemeinen Sprachgebrauch kann das Wort auf jede Form von parasitärer und raubtierhafter Existenz hinweisen, gleichgültig ob damit ein widernatürlich weiterlebender Untoter gemeint ist oder ein äußerst diesseitiges und vitales Ausbeuternaturell«.  Doch dies ist, wie Borrmann richtig anmerkt, ein seit Voltaire eher politischer Aspekt; seine Schlußfolgerung im biologischen Bereich geht mir als Evolutionstheoretiker und Biologen einfach zu weit: »Das Vampirprinzip durchzieht unser aller Leben und darf als Grundexistenzform allen organischen Lebens gelten. Im Regelfall befindet es sich in einem Gleichgewicht zwischen aussaugen und ausgesaugt werden und ist in dieser Form nicht zerstörerisch, sondern lebensspendend. Diesem organischen, mehr ›weiblichen‹ Vampirprinzip steht das destruktive, mehr ›männliche‹ Vampirprinzip gegenüber, das nicht mehr dem Überleben dient, sondern zu einer enthemmten Einverleibung fremden und anderen Seins gerät.«
Mir ist die Auffassung von weiblich und männlich zu altmodisch und widerspricht zudem den Erkenntnissen sowohl der Soziobiologie wie der Genderforschung. Doch da Borrmann der Versuchung widersteht, alles im Lichte dieser seiner Grundüberzeugung darzustellen, bleibt das Buch erfrischend objektiv und wirklich hervorragend recherchiert.
Leider hat der Verlag dieses Niveau nicht ganz gehalten: Im umfangreichen Anmerkungsapparat wie auch im Literaturverzeichnis fehlen wichtige Eintragungen bis hin zu zitierten Werken – ein Manko, das den wissenschaftlichen Wert des Werkes etwas mindert (in der Neuauflage 1999 zumindest zum Teil behoben).
Ansonsten ist das Werk rundum empfehlenswert: Wer sich für das Thema interessiert, muss es eigentlich gelesen haben!


James M. Bradburne, Cornelia Reiter: BLUT. Kunst, Macht, Politik, Pathologie. 
Buch zur Ausstellung im Museum für angewandte Kunst und in der Kunsthalle Schirn in Frankfurt/Main. Prestel-Verlag, München/London/New York 2001

Wie wichtig das Blut als Lebenssaft, als Mythos und Symbol ist, ist schon lange bekannt und habe ich selbst in meinem »Lexikon rund ums Blut« ausführlich erarbeitet und dargelegt. In Frankfurt wurde dies vom November 2001 bid Januar 2002 in einer wunderschönen Ausstellung in der Kunsthalle Schirn und im Museum für angewandte Kunst dargestellt. Der Direktor des Museums für angewandte Kunst, James M. Bradburne, hat einen wunderschönen Katalog zu dieser Ausstellung geschaffen, der zugleich ein eigenständiges Werk zum Mythos des Blutes und eine der umfangreichsten Betrachtungen zu diesem Thema ist. In dem großformatigen Buch behandeln 15 Autorinnen und Autoren Themen wie »Das Blut der Zaren«, die Entdeckung des Blutkreislaufes, das Opferblut bei den Maya, Transfusion, Genetik und Gentechnik, Blutkrankheiten, den Mythos um das Blut Christi und das Blut in der früheren und zeitgenössischen Kunst.
Die zahlreichen Abbildungen (schließlich ist es auch ein Ausstellungskatalog) machen das Buch zu einem auch sehr unterhaltsamen werk, in dem man gerne blättert und schmökert. Allen, die sich wirklich für die  Themen Blut oder Vampire interessieren, sollte dieses herrliche Buch seine 49,95 Euro wert sein.


Matthew Bunson: Das Buch der Vampire – Von Dracula, Untoten und anderen Fürsten der Finsternis – Ein Lexikon – Scherz-Verlag 1997, 316 S.

Welche Enttäuschung! Vom Verlag als neues, großes Vampirlexikon angepriesen, erweist sich »Das Buch der Vampire« als Übersetzung einer »Vampire Encyclopedia«, die 1993 in New York erschien, so dass in diesem Buch noch einige KünstlerInnen weiterleben, die inzwischen verstorben sind – vielleicht hätte der Scherz-Verlag in dieser Hinsicht den Titel nicht ganz so wörtlich nehmen und die Artikel über diese »Untoten« aktualisieren sollen. Und wenn man den Artikel über den Vampirkongreß 1995 einfügen kann, warum dann nicht auch bei Haarmann einen Hinweis auf den Film mit Götz George?
Das Buch hat durchaus seine guten Seiten. Sehr ausführlich und gründlich etwa sind die ethnologischen Darlegungen; solange es um Volksglaube und Mythologie, um alte Legenden und verschiedene Vampirformen geht, erweist sich das Lexikon tatsächlich als die versprochene Fundgrube. Es gibt auch umfangreiche historische Darstellungen, doch weisen diese leider zu viele Vereinfachungen und Fehler auf, etwa bei Vlad Țepeș.
Im Bereich Literatur und Film wäre eine gründliche Überarbeitung nötig gewesen getan; hier wimmelt es nämlich von Ungenauigkeiten und Fehlern. Zudem ist das Konzept keineswegs schlüssig. Es ist vollkommen inklar, inwieweit sich das Buch als Film- oder literarisches Lexikon versteht; die Kriterien für die Auswahl von Filmen, Büchern und Film- bzw. Romanfiguren bleiben rätselhaft, und die unkritische, oft lobhudelnde Haltung des Autors gegenüber erfolgreichen Büchern und Filmen machen es schwer, die Besprechungen immer ernst zu nehmen. Ähnliches gilt für die Auswahl der behandelten AutorInnen: Ziemlich unbedeutende werden vorgestellt, aber klassische AutorInnen wie Cyrano de Bergerac oder lebende wie Barbara Hambly, Dan Simmons oder Poppy Z. Brite fehlen, und zeitgenössische SchriftstellerInnen aus dem deutschsprachigen Raum tauchen kaum auf. Positiv ist zu vermerken, dass das Lexikon aufgelockert wird mit Auszügen aus einigen besprochenen Büchern. Leider sind die Angaben oft nicht sehr zuverlässig – schon lange vor Murnaus »Nosferatu« etwa hat Georges Méliès einen Vampirfilm gedreht (1896) –, bei den bibliographischen Hinweisen fehlen oft die deutschen Titel, und immer wieder verkauft der Autor Geschichten als Vampirgeschichten, die dies nun wirklich nicht sind.
Die im Klappentext versprochenen medizinischen und psychologischen Aspekte sind unzureichend dargestellt, so finde ich weder Tollwut noch Milzbrand oder Xeroderma Pigmentosa, die Porphyrie taucht beim Namen des Mannes auf, der sie als Vampirgrundlage ins Gespräch brachte, und die Tuberkulose bei einem daran Verstorbenen - wie soll man sie da finden? Überhaupt täten dem Buch ein Register oder vernüftige Verweise gut, da man oft unter dem falschen Stichwort sucht - so steht etwa Carmilla unter Karnstein, und die »Rocky Horror Picture Show« taucht nur kurz bei Musical auf. Ähnlich ist es mit dem Theater, und einige Aspekte des Vampirismus fehlen ganz, etwa Spiel und Rollenspiel. Das Literaturverzeichnis schließlich ist für ein solches Werk ziemlich dürftig.

Fazit: Für Fachleute nicht uninteressant wegen der gründlichen Behandlung der mythologischen und ethnologischen Grundlagen und zur Anregung, zum gedanklichen Querverbindung – man muss die Informationen halt in der Regel hinterfragen. Alle anderen sollten die gut 40 Mark lieber anders anlegen.


Francis Ford Coppola, James V. Hart: Dracula – Der Film und die Legende, Bastei Lübbe, 478 S.

»Der neueste Dracula von Francis Ford Coppola (1993) gefällt mir nicht besonders. Er ist unbestreitbar technisch hervorragend gemacht und schwelgt in einem wahren Bilderrausch, auch die schauspielerischen Leistungen können sich sehen lassen. Es gibt immer wieder faszinierende Szenen mit oft auch originellen Ideen (der alte Dracula in seinem Schloß und dessen Schatten etwa). Doch ist mir der Film in vielen Punkten zu unlogisch und hält sich zuwenig an seine eigenen Voraussetzungen – Fantasy darf alles, doch wenn sie gut sein will, muss sie sich an die selbstgeschaffenen Bedingungen halten und in sich stringend und schlüssig sein! (... ) Dass Coppola und die Werbung den Film als Bram Stokers Dracula verkaufen und behaupten, dem Original so nah wie möglich zu kommen, ist zumindest ärgerlich; zwar hält sich Coppola bei der Personenzuordnung so eng an das Buch wie kein anderer Film, den ich kenne, doch sind die Figuren in ihrer Anlage oft anachronistisch, die (Liebes-)Geschichte ist eine in wesentlichen Punkten andere – und dass der Vampir einen Schatten hat und gar bei Tag rumläuft, ist Anti-Stoker pur... Trotz dieser und weiterer Kritikpunkte halte ich Coppolas Film für einen der besten Dracula-Filme, den ich kenne – doch angesichts Coppolas eigenem Anspruchs und des enormen Aufwandes ist er für mich eine Enttäuschung. Coppola hat eine Riesenchance vertan.« So schrieb ich in meinem Buch »... wie schmelzen deine Blätter«. Nun ist das Drehbuch – mit Ergänzungen – zum neuesten Dracula-Film auf dem Markt, und ich bleibe bei meiner Meinung. Der Regisseur bestätigt sie zum Teil sogar in seinen Anmerkungen. Es ist, wie der Film auch, nicht allzugut recherchiert, z. B. bzgl. Vlad Țepeș, bietet aber doch einen ersten Einblick in die Thematik und ist für Fans des Films sicher ein Genuß.


Basil Copper: Der Vampir in Legende, Kunst und Wirklichkeit (Neuauflage), 335 S., Festa-Verlag, Leipzig 2005
– mit einem Nachwort von Uwe Sommerlad (NYCTALUS 2005)

Dieses Buch des englischen Filmkenners und Krimiautors Basil Copper gehört seit seinem Erscheinen 1972 zu den interessantesten Sachbüchern zum Thema Vampirismus, und es war auch eines der ersten ausführlicheren und ernst zu nehmenden modernen Werke. Es sollte in keiner Bibliothek von am Thema Interessierten fehlen.
Dem Festa-Verlag gebührt das Verdienst, das Buch erstmals ungekürzt in Deutsch zugänglich gemacht zu haben; Malte S. Sembten ist zu loben nicht nur für die gute Übersetzung, sondern auch dafür, dass er Fehler aus dem Original korrigierte. Den einzigen Kritikpunkt habe ich an dem 24-seitigen Nachwort von Uwe Sommerlad, in dem er die Geschichte der Vampire in Literatur und Vampire seit dem ersten Erscheinen des Buches erläutert. Es ist dies ein wirklich schöner Essay, der aber leider zu viele Lücken aufweist und manchmal allzusehr die persönlichen Vorlieben des Autors erkennen lässt. Sehr nützlich sind die Auswahlbibliografie und das umfassende Register.
Coppers Themen sind weit gespannt: vom VAMPIR IN DER LEGENDE über den VAMPIR IN DER LITERATUR (Polidori, Stoker und moderne AutorInnen) und den VAMPIR IN THEATER UND FILM (von »Nosferatu« bis zum »Tanz der Vampire«) bis zum VAMPIR IN DER WIRKLICHKEIT (über »lebende Vampire« wie Fritz Haarmann und John George Haigh).
Dennoch fehlt einiges, etwa Musik und Oper, aber auch die politischen Aspekte des Vampirismus, wie sie schon bei Voltaire aufscheinen. Natürlich gibt es zeitbedingt einige Phänomene rund um den Vampirismus, die Copper nicht behandeln konnte, die Gothic-Szene ebenso wie das moderne Musical, auch konnte er 1972 weder die medizinisch-biologischen Gründe für den Vampirismus so gut kennen wie wir heute noch die mythologischen und historischen Hintergründe. Davon abgesehen, bleibt Coppers Buch eines der Standardwerke zum Thema und ist unbedingt lesenswert.
Das Buch gewann 2005 den NYCTALUS in der Rubrik Sekundärliteratur.


BUCHTIPP 2010: Gerhard Czermak: Religion und Weltanschauung in Gesellschaft und Recht. 400 S., Alibri Verlag, Aschaffenburg 2009

Das Verhältnis Kirche – Staat – Religion ist aus verschiedenen Gesichtspunkten interessant, gerade in unserer Zeit, in der Fundamentalismen aller Art immer mehr die Politik bestimmen und auf der anderen Seite der Staat immer mehr in die positive wie negative Religionsfreiheit eingreift und dies oft auch ganz pragmatische Konsequenzen hat – man denke an die Diskussionen um den Bau von Moscheen odeer das Kopftuchverbot, die Erlaubnis des Schächtens, aber auch das Kruzifixurteil von 1995. Da ist es sehr erfreulich, dass Gerhard Czermak mit seinem Lexikon eine wahre Fundgrube an Argumenten und Informationen liefert.

Warum stellke ich dieses Lexikon vor im Vampirjournal? Aus zwei Gründen: Zum einen haben der Glaube und/oder kirchliche Regeln schon immer starken Einfluss gehabt auf die Entwicklung des Volksglaubens, auch der Vampirmythologie. Und manchmal tun sie das noch heute. Zum anderen nimmt in unserer Gesellschaft der Einfluss aller möglichen Glaubensrichtungen zu, und egal, ob man einer angehört oder eher die säkulare Richtung vertritt, als Agnostiker/in oder Atheist/in: Eine gute Informationsquelle scheint mir sowohl zur eigenen Meinungsbildung wie zur Argumentation notwendig. Und die liefert dieses hervorragend recherchierte, wissenschaftlich exakte und trotzdem verständlich geschriebene Lexikon.

Zudem räumt es mit vielen Vorurteilen auf, die die meisten von uns hegen dürften, etwa dem, dass es in Deutschland tatsächlich eine saubere Trennung von Kirche und Staat gebe oder dass die BRD ähnlich säkular wie Frankreich sei. Trotz der auf den ersten Blick weltanschaulich-religiösen Neutralität unserer Verfassung verfügen die beiden großen Kirchen über zahlreiche Privilegien und erheblichen politischen Einfluss, obwohl sich heute mindestens ein Drittel der Bevölkerung als nicht religiös oder konfessionsgebunden versteht. Beispiele sind Staatsleistungen wie der Kirchensteuereinzug oder die Finanzierung von Lehrstühlen, über deren Besetzung aber die Kirchen im Wesentlichen entscheiden, die Regelung, dass man den Kirchenaustritt persönlich beim Amtsgericht oder Standesamt vornehmen (und auch noch dafür bezahlen!) muss und natürlich die Privilegierung der Kirchen und teilweise auch anderer Religionsgemeinschaften beim Religionsunterricht. Die Auseinandersetzungen um Kreuze in Klassen- und Behördenräumen dauern trotz des Kruzifixurteils von 1995 an. Die Neutralität des Staates ist eher eine Chimäre, wie Czermak immer wieder zeigt. Dabei führt er ausfühlrich und fair die widerstreitenden Auffassungen mit Mehrheits- und Minderheitenmeinungen auf, das macht das Buch so nützlich wie wertvoll. Es sollte in keiner Bibliothek fehlen, bei der es um Religion, Weltanschauung, Mythos oder auch Esoterik geht, es ist ein Muss für Lehrkräfte wie interessierte Eltern, Schreibende wie Forschende, erfahrene Fachleute wie jene, die sich erst einmal ein Bild machen wollen. Mein Tipp: kaufen und lesen!


Rainer Delfs, Michael Mette: Das John-Sinclair-Lexikon, 992 S., Bastei-Lübbe-Taschenbuch, 1997

Die Serie um den Dämonenjäger John Sinclair ist eine der erfolgreichsten Heft- und Taschenbuch-Serien; fast 1.500 Romane um den Oberinspektor von Scottland Yard, »Sohn des Lichts«, »Erben des Kreuzes« und was der Titel mehr sind, hat Helmut Rellergerd, besser bekannt unter seinem Pseudonym Jason Dark, seit 1973 verfasst. 1997 kam der erste John-Sinclair-Film ins Fernsehen, weitere Filme sind geplant, und auf RTL lief 2000 eine mittelmäßige Fernsehserie. Auch Hörspiele gibt es.
Die Serie ist so erfolgreich u.a. deshalb, weil der Autor seine eigene Welt schafft. Man muss sich darauf einlassen, dass bekannte Mythen, Monster und Dämonen ebenso zurechtgebogen und neu interpretiert werden wie religiöse oder literarische Gestalten und Topoi, seien es Lilith oder Merlin, Luzifer oder die Erzengel, Vlad Dracul oder Osiris. Wenn man bereit ist, das Spiel mitzuspielen, gewinnt es seinen eigenen Reiz, hat der Autor einen ungewöhnlich umfangreichen Fundus zu bieten an Ideen, Figuren und Geschichten.
Für alle John-Sinclair-Fans ist dieses Lexikon, das mit fast 1.000 Seiten für nur 15 Mark enorm viel bietet für das Geld – ein alphabetisches Lexikon, Inhaltsangaben aller Romane, eine Liste aller Titel und IllustratorInnen – ein Muß und ganz sicher auch ein Vergnügen.
Aber auch für Leute, die noch keiner der Romane gelesen haben oder sie nicht mögen, kann es unterhaltsam und nützlich sein. Vampirfachleute erhalten viel Information über das, was man aus dem Genre alles noch so rausziehen kann an obskuren Ideen – etwa 20% aller Bände haben mit Vampiren zu tun –, dasselbe gilt für Fachleute etwa für Dämonen oder Hexen – alles nicht ernstzunehmen, aber amüsant.
Eine Fundgrube ist das Lexikon für alle, die Rollenspiele leiten – eine solche Menge an verwertbaren Plots für so wenig Geld bekommt man meines Wissens sonst nirgendwo.
Und schließlich ist das Lexikon einfach ein amüsantes Lesevergnügen.


Gregory, Constantine: Das Vampirjäger-Handbuch. Wie man sie findet. Wie man sie jagt. Wie man am Leben bleibt – PAN, 160 S., Pappband, München 2010

Ein auf authentisches gemachtes Handbuch mit nachträglichen Notizen und Anmerkungen (leider teilweise schwer lesbar), das die wichtigsten Informationen über Vampirmythen zusammenfasst: Es wird erklärt, »Was ist ein Vampir?« (Historie und Literatur), wie man Untote identifizieren und finden kann (und auch andere Wesen der Nacht wie Werwölfen, Zombies und Dämonen) und schließlich, wie man sich schützen und wie man Vampire beseitigen kann. Liebevoll gestaltete Details wie Holzschnitte, Zeichnungen, scheinbare Gebrauchsspuren, Blut- und Wachsflecken machen dieses vorgeblich echte Sach- und Handbuch zu einem kleinen Schatz vor allem für interessierte Kinder und Jugendliche. Wer sich schon mehr mit dem Mythos und/oder der Literatur beschäftigt hat, wird wenig Neues erfahren, aber vielleicht einfach den Gag genießen. Als schmuckes und informatives Geschenk für Jugendliche und Erwachsene, die man für das Thema begeistern möchte, eignet sich das Bändchen auf jeden Fall bestens!


Harris, Charlaine: Die Welt der Sookie Stackhouse – 472 S., dtv, München 2013

Es war nur eine Frage der Zeit, bis es auch über Sookie Stackhouse, die gedankenlesende Kellnerin aus der Vampirreihe von Charlaine Harris, ein Nachschlagewerk geben würde. Das (nicht nur) von der Autorin der Buchreihe geschriebene Werk ist eine ganz nützliche Ergänzung vor allem für Leser/innen der Bücher, ein wenig auch für das Publikum der Fernsehserie. Dieses allerdings findet sich ein wenig hinter der Zeit, da das Buch in den USA bereits 2011 veröffentlich wurde. Daher geht Produzent und Ideenlieferant Alan Ball in »Mittendrin in ›True Blood‹« (10 S.), in dem er Fragen zur Serie beantwortet, auch nur auf ide ersten zwei Staffeln ein, erläutert zwar einiges zu seiner Motivation und seinen Absichten, aber bleibt doch vage. Und besonders in Hinblick auf die folgenden Staffeln, bei denen die Abweichungen zu den Büchern doch immer erheblicher werden, erfährt man leider nichts. Vage sind auch oft die Antworten auf ausgewählte Fan-Fragen an Harris (15 S.); beide Texte lohnen den Kauf des Buches nicht.

Anders sieht es aus mit den Sachinformationen, die sich alle auf die Bücher beziehen: Es gibt eine Karte von Bon Temps und Umgebung und Sookies Familienstammbaum, eine Zusammenfassung der Kurzgeschichten um Sookie mit chronologischer Anordnung und eine Erläuterung der wichtigsten nichtmenschlichen Wesen durch Sookie, vor allem aber einen größeren lexikalischen Teil, in dem alle wichtigen Personen und nahezu alle Orte aufgenommen und ausführlich erläutert sind (235 S.). Die einzige Kritik, die ich an diesem Teil habe, ist das Fehlen von Verweisen bei den Personen von den Vor- auf die Nachnamen. Wer nicht im Kopf hat, dass der Vampir Victor mit Nachnamen Madden heißt oder die Vampirkönigin Sophie-Anne unter ihrem Vornamen sucht statt unter Leclerq, hat Schwierigkeiten, muss entweder in den Büchern suchen oder in Texten im lexikalischen Teil, in denen der Nachname vielleicht auftauchen könnte. Das Nachschlagewerk wäre erheblich besser, wenn zumindest bei den bekannten und/oder wichtigen Personen, die in den Büchern ja meistens mit Vornamen erwähnt werden, dieser angegeben worden wäre mit einem Verweis auf den Nachnamen. Aber alleine dieser Teil des Buches rechtfertigt schon den Kauf.

Ob man das nahezu 20-seitige Quiz mag, das nur ziemlich simple Fragen beinhaltet, oder die fast 40 Seiten mit Kochrezepten, ist Geschmachssache, sicher werden sie vielen gefallen. Allerdings hätte der Verlag gründlicher bei der Übersetzung sein können; in Deutschland ist es bspw. nicht üblich, in einem Rezept »Wasser, vorzugsweise gefiltert« zu schreiben, das ist bei unserer Trinkwasserqualität nicht nötig. Man kann dies aber unter der Rubrik »unfreiwillige Komik« verbuchen.

Die lange Kurzgeschichte (oder der Kurzroman, 120 S.) »Eine Hochzeit in der Kleinstadt« ist lesenswert. Schon wegen ihr und den Nachschlagemöglichkeiten sollte das Buch in keinem Bücherschrank oder -regal von Sookie-Fans fehlen.


Heitz, Markus: Vampire! Vampire! Alles über Blutsauger – Piper, München 2008

Markus Heitz gilt nach seinem Epen über Ulldart und vor allem »Die Zwerge« als einer der erfolgreichsten deutschen Fantasy-Autoren. Leider entwickelt sich der 1971 geborene Saarländer inzwischen ein bisschen zum Vielschreiber, der nun alle möglichen Themen anreißt und abgrast, darunter auch die Vampire. In diesem Bereich kann er zumindest iauf gute Kenntnisse zurückgreifen, wie er selbst in einem Interview in der Zeitschrift NAUTILUS (Nr. 32, 11/2006) erklärte: Vampire seien schon immer sein »Spezialgebiet« gewesen – und das kann er auch belegen, er hat schließlich seine Magisterarbeit zum Thema «Historischer Vampirismus« geschrieben.
Heitz kennt sich also mit Vampirismus aus und mag Vampire. Allerdings hat er manchmal unorthodoxe Ansichten, so behauptet er etwa im Nachwort zu seinem Roman Kinder des Judas, es sei ab 1770 um die Vampire sehr ruhig geworden, bis Stoker seinen Roman Dracula geschrieben habe. Literarisch war das 19. Jahrhundert eine Hochzeit der Vampirliteratur. Heitz selbst erwähnt in einem Interview Coleridge (Christabel, 1800), Kleist (Penthesilea, 1808) sowie Polidori (Lord Ruthven, »Der Vampyr«, 1819). Erst 1872 mit »Carmilla« von Sheridan Le Fanu, die schon damals als ein Höhepunkt der Vampirliteratur aufgefasst wurde, setzte tatsächlich eine Pause von ca. fünf Jahrzehnten ein, in der es wenig Vampirliteratur gab und die mit dem Erfolg von Stokers Roman als Theaterstück (ab 1925 in London) und Film (1922 »Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens«) endete.
Eine solche Schludrigkeit ist leider manchmal typisch für Heitz’ Romane – und auch für dieses Sachbuch!
Laut Aussage des Autors soll dies gar kein echtes Sachbuch sein, sondern ein spannendes und witziges Buch, ein »Lach- und Sachbuch«; er erhebt keineswegs den Anspruch auf enzyklopädisches Wissen. Diesen Anspruch erfüllt das Buch durchaus, man darf es halt nicht allzu ernst nehmen. Als nette kleine Anekdotensammlung ist es durchaus geeignet. Für meinen Geschmack zieht Heitz vieles zu sehr ins Lächerliche; es gibt für mich einen Unterschied zwischen amüsanter Darstellung und nicht ernstnehmender oder wertschätzender Betrachtung. Die meisten Informationen im Buch durften den Menschen, die sich schon länger mit Vampiren beschäftigen, bekannt sein, einiges erläutert Heitz allerdings sehr genau, und er stellt beispielsweise bei den Abwehrmaßnahmen zahlreiche Varianten vor. Als Einführung für Unwissende ist das Buch nur begrenzt geeignet, dazu fehlen zu viele wichtige Aspekte, aber als Einstieg ins Thema zumindest unterhaltsam. Es ist er ein Buch für Menschen, die Marcus Heitz und seine Romane mögen und hier seine Haltung zu Vampiren erkennen können. Für Menschen, die sich mit Vampiren auskennen, ist es einfach eine amüsante Ergänzung.


BUCHTIPP: Gottfried Kirchner: Terra X – Schatzsucher, Ritter und Vampire, Heyne Taschenbuch, 1997, farbig, 220 S.

Dieses empfehlenswerte Buch zur Fernsehreihe TERRA X behandelt neben den Templern (uninteressante, wenig aussagekräftige Darstellung) und den Goldschätzen Swanetiens (ein schöner Bericht über diese georgische Provinz) ausführlich die medizinischen Hintergründe des Vampirismus. Mit Milzbrand und Tuberkulose werden zwei der häufigsten Krankheiten, deren Opfer für Vampire gehalten wurden (die dritte ist Tollwut) ausführlich an Beispielen vorgestellt. Aber auch »normale« Tote sind ja schon schreckerregend genug. Wie im Film wird hier anhand alter Untersuchungsprotokolle sehr hübsch ausgeführt, wie sehr Verwesungs- und Zersetzungserscheinungen an die den Vampiren zugeschriebenen Eigenschaften erinnern, vom erigierten Penis und der »neuen« Haut über scheinbare Fettleibigkeit bei vorher hageren Menschen bis zu blutigen Fingernägeln und Schaum vor dem Mund. Für die meisten dieser Erscheinungen sind die bei der körperlichen Auflösung entstehenden Gase verantwortlich. Mit Recht wird dann von Pathologen darauf verwiesen, dass vor ein oder zwei Jahrhunderten ihren damaligen Kollegen diese Phänomene, die sie als Beweise für Vampirismus interpretierten, unbekannt waren und unerklärlich erscheinen mussten – und auch heute dürften die meisten »Normalsterblichen«, wenn sie Wochen oder Monate nach der Beerdigung mit einer Leiche konfrontiert würden, über deren Aussehen erschrecken und übernatürliche Kräfte vermuten.
Schon diese Darstellungen machen das Buch zu einem Lesevergnügen für alle an Mythologie oder an Vampiren Interessierte und zu einer hervorragenden Informationsquelle; die Unterhaltungen mit einem »echten« Vampir aus den USA und die Bilder zu Vlad Țepeș machen den Spaß komplett. Da kann man die 2 fehlerhaften Seiten zu Filmen und Büchern verschmerzen, die der Verlag besser weggelassen hätte. Für 16,90 DM bekommt man selten so viel Spaß und Information geboten!


Detlef Klewer: Die Kinder der Nacht: Vampire in Film und Literatur. Frankfurt, M./Berlin/Bern/Bruxelles/New York/Oxford/Wien, Peter Lang Verlag 2007, 378 Seiten

Vampire im Film, das ist eindeutig der Schwerpunkt dieses Buches, auch wenn der Titel anderes suggeriert. Das ist aber kein Wunder: Der Autor, 1957 in Dortmund geboren, ist bekannt als Kenner des phantastischen Films und kann auf zahlreiche Veröffentlichungen in Fachzeitschriften sowie Bücher über Horrorfilme und Zombies zurückblicken. Man sollte also nicht zu viel erwarten an literarischer, historischer und mythologischer Spurensuche, eher ein umfangreiches Geplaudere über Vampirfilme, über Fakten genauso wie über Anekdoten und Histörchen. Dies klingt schon in der Verlagswerbung an: Das Buch ist demnach »... ein unterhaltsames Leseabenteuer in einer Welt voller seltsamer Begebenheiten, farbiger Legenden vergangener Zeiten und moderner Filmwerke«. Das Spektrum ist weit und das Buch im Prinzip chronologisch geordnet, wie dem Inhaltsverzeichnis (leider auch nur dem) zu entnehmen ist: Nach den Vampiren in Legende und Geschichte und einem Überblick über »Literarische Ursprünge bis zum Zeitalter des Stummfilms« geht es über Bram Stokers Dracula, die Universal, die »Poverty Row«-Horrorfilme und die britischen Vampirfilme zu den 70er-Jahren (»Erotische Vampire«), den 80ern (»New Wave«) und am Ende zur »Renaissance des neo-gotischen Vampirs« und Ang Aswang.
Zum Schmökern ist das Buch bestens geeignet (und auch unterhaltsam), auch, um Hintergrundinformationen zu erlangen oder den Inhalt einzelner Filme zu erfahren. Deshalb ist das Buch auch spannend und für Vampir-(Film-)Interessierte durchaus empfehlenswert, nicht zuletzt, weil man ja keineswegs mit dem Autor übereinstimmen muss in der Bewertung der Filme (mit der er sich nicht zurückhält) und so herrlich mit sich selbst diskutieren kann.
Leider aber gibt es einen großen Nachteil: Es ist fast unmöglich, gezielt etwas zu finden! Es gibt nämlich kein Register – zumindest eines der Filmtitel hätte der Verlag spendieren sollen! –, die Titel sind im laufenden Text nur mit Versalien hervorgehoben (lebende Kolumnentitel wären auch eine schöne Möglichkeit gewesen), und oft hält sich der Autor nicht an die Chronologie. Und wenn ein Verweis auf einen anderen Film erfolgt, ist der wiederum nicht zu finden, gibt es doch kein Register und keine klare Chronologie ... dafür zwar jede Menge Fußnoten, aber eine mit einem Seitenverweis suche ich vergeblich.
Schade! In diesem Buch stecken viel Arbeit und viel Wissen – aber leider wenig Wissenschaftliches, was bei einem Verlag wie Peter Lang (und dem Preis von 48,00 Euro) doch zu erwarten wäre. Die Bibliografie ist kurz und lässt einige Standardwerke vermissen, und die filmografischen Informationen zu den einzelnen Filmen sind oft dürftig. Hinzu kommt manchmal eine mangelnde Aktualität. So verweist Klewer zwar auf die zwei alten Verfilmungen von
»Ich bin Legende«, erwähnt aber nicht das schon seit längerem geplante Remake mit Will Smith. Und warum Klewer manchmal nur die englischen Namen von Filmen verwendet, die auch in Deutschland zu sehen waren, ist mir ein Rätsel. »Wisdom of the Crocodiles« ist keineswegs der »Geheimtipp«, als den er den Film bezeichnet. »Die Weisheit der Krokodile« ist auf Deutsch(!) als Video seit 2000 und als DVD seit 2002 erhältlich, und ich habe den Film bereits 1998 in meine Liste innovativer und empfehlenswerter Vampirfilme aufgenommen ...
Vielleicht spendet der Verlag der nächsten Auflage ein taugliches Register, dafür könnte man ruhig auf die 13 Seiten Verzeichnis der »10 wichtigsten Vampirfilme« verzichten. So wie es jetzt vorliegt, kann ich das Buch als Ergänzung einer Vampirbibliothek und zum Schmökern durchaus empfehlen, daher auch die hohe Bewertung mit 4 Blutstropfen. Zum Arbeiten und Recherchieren ist dieses fast schon belletristisch geschriebene geschriebene Sachbuch(!) leider nur bedingt geeignet. Ob das Vergnügen den hohen Preis wert ist, ist die zu treffende Entscheidung.


BUCHTIPP: Michael Kroner: Dracula. Wahrheit, Mythos und Vampirgeschäft – Heilbronn 2005

Seit dem Buch von Ralf-Peter Märtin gab es kein wirklich überzeugendes Werk mehr über den walachischen Woiwoden Vlad Țepeș, der zwar nicht das wichtigste Vorbild für Stokers Dracula war, dessen Erscheinungsbild aber doch beeinflusste. Michael Kroner, promovierter Historiker, lebte und lehrte bis zu seinem 45. Lebensjahr in Transsylvanien, ehe er 1979 nach Deutschland übersiedelte. Der renommierte Forscher hat zahlreiche Artikel und Bücher veröffentlicht; diese Erfahrung merkt man bei dem Buch über Dracula ebenso positiv wie sein persönliches Engagement zum Thema.
Auf rund 120 Seiten erläutert Kroner knapp und sachlich, aber dennoch spannend, die Geschichte der Walachei und Siebenbürg
ens vom 14. bis 16. Jahrhundert, stellt die Legenden und die Geschichte um Vlad Dracul und Vlad Țepeș übersichtlich dar und bringt alles in einen vernünftigen Zusammenhang. Diese gut 50 Seiten und das Schlusskapitel über die Ausbeutung der Dracula-Mythen im Tourismus sind alleine den Kauf des Buches wert. Der Mittelteil über »Vampire und Vampirismus« ist aufgrund seiner Kürze (rund 40 Seiten) zwangsläufig eher oberflächlich gehalten; zwar ist das Wichtigste drin, aber der Autor lässt doch zahlreiche interessante Aspekte außen war. Er beschränkt sich eben im Wesentlichen auf die Beziehungen zu Dracula und Vlad Dracul bzw. Vlad Țepeș. Dies ist aufgrund der Thematik auch akzeptabel, zumal es ein ausführliches Literaturverzeichnis gibt.
Insgesamt ist dies ein ausgezeichnetes Überblickswerk, das in keiner Bibliothek zum Thema Vampirismus fehlen sollte.


Claude Lecouteux: Die Geschichte der Vampire. Metamorphose eines Mythos (Histoire des Vampires. Autopsie d’un mythe, Paris 1999) – gebunden, 224 Seiten, Patmos-Verlag Düsseldorf/Zürich 2001

Ein sehr dichtes, gelungenes Buch, das sich als Untersuchung über die Ursachen und verschiedenen Erscheinungsformen des Vampirs versteht. Besonders aus literarischer und literaturthistorischer Sicht wird sehr genau untersucht und argumentiert, die mythologische und andere Betrachtungsweisen (wie etwa die medizinische) kommen leider sehr (zu) kurz. Es steht nichts wesentlich Neues in diesem Buch, aber neben einigen anregenden Gedankengängen und Formulierungen bietet es eine sehr gute Zusammenfassung der erwähnten Aspekte und ist unterhaltsam zu lesen.


Ralf-Peter Märtin: Dracula – Das Leben des Fürsten Vlad Țepeș,  Wagenbach-Verlag/Fischer-Taschenbuch-Verlag

Als dritte Auflage gibt es bei Fischer das Standardwerk über das Vorbild für Stokers Dracula, den walachischen Woiwoden Vlad Țepeș, von Ralf-Peter Märtin. Die Erstauflage bei Wagenbach gefällt mir vom Erscheinungsbild her immer noch am besten; die 1997 erschienene vierte Auflage bei Wagenbach (wie macht der Autor das?) ist der bei Fischer vergleichbar.


Hans Meurer: Der dunkle Mythos, Edition Argus, Schliengen 1996, 102 Seiten

Dieses Buch, angekündigt als umfassende Darstellung des Themas, wird diesem Anspruch leider nicht gerecht. Es erscheint mir doch oft eher wie ein Essay als wie eine umfassende Abhandlung. Der Autor reißt viele Dinge an, zu denen ich mir dann ausführlichere Ausführungen wünschen würde. Die Rezeptionsgeschichte der Vampirliteratur im 19. Jahrhundert ist, vorsichtig formuliert, zumindest fragwürdig. Schön hingegen, wie weit der Autor das Spektrum spann, wenn auch einige wichtige Aspekte fehlen, und ausgesprochen lobenswert, wie stark er manche mythologischen Apekte berücksichtigt oder auch medizinische. Leider bezieht sich der Autor allzuoft auf auf zweifelhafte Quellen beziehen; manches wird doch da sehr fragwürdig und sollte vielleicht eher als Spekulation oder Curiosum denn als ernstzunehmende Hypothese dargestellt werden. Auch ist das Literaturverzeichnis etwas dürftig. Und schließlich stört mich die ach so moderne Psychologisierung aller möglichen Dinge nach Freud oder Jung – mir ist das manchmal zu viel und an den Haaren herbeigezogen. Die Ausstattung des Buches ist ganz gelungen, aber für 28 Mark ist das Gebotene einfach zu dürftig.


Hans Meurer: VAMPIRE. Die Engel der Finsternis. Der dunkle Mythos von Blut, Lust und Tod.
Eulen Verlag, Freiburg i. Br., 136 Seiten, 75 Farb- und 60 Schwarzweiß-Abbildungen

Dieses Werk des bekannten Vampirologen Hans Meurer ist ein sehr schönes, des Anschauens wertes Buch geworden. Inhaltlich steht wenig Neues darin; wer zum Mythos des Vampirs viel wissen will, sei eher z. B. auf das Buch von Borrmann verwiesen, auch die Verzeichnisse von Filmen und Literatur sind eher dürftig, erheben aber auch bewusst keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Doch findet man bei Meurer eine sehr schöne Darstellung der Umsetzung des Mythos in Literatur und Film bis hin zum Comic. Zahlreiche interessante Abbildungen und die dazugehörigen Texte machen das Buch zu einem Augenschmaus, einem Lese- und Schmökergenuss. Also kein Buch, das in erster Linie der Information dient, sondern ein Buch zum Genießen, und als solches ist es sein Geld wirklich wert.


Hans Meurer, Klaus Richarz: Von Werwölfen und Vampiren. Tiere zwischen Mythos und Wirklichkeit
Kosmos, Stuttgart 2005, geb., 206 S.

Wie man geschickt Information und Wissensvermittlung mit Unterhaltung verbindet, zeigen die beiden renommierten Autoren aufs Beste. Das schön gestaltete und sorgfältig gemachte Buch bietet eine Mischung aus Mythen, geschichtlichen Überlieferungen und harten Fakten, ergänzt um alte Zeichnungen und Bilder. Wer sich schon intensiver beschäftigt hat mit den Tieren und Fabelwesen, die hier vorgestellt werden, wird kaum etwas Neues erfahren. Doch für diese ist das Buch nur in zweiter Linie gedacht. Es richtet sich an ein breites Publikum und liefert eine brillante Einführung und einen hervorragenden Überblick über Fledermäuse und Vampire, Werwölfe und Osterhasen, Einhörner und Drachen, Schweine und Füchse, Ratten, Kröten und Frösche sowie Insekten und Vögel. Auch Fachleute können das Buch mit Genuss lesen – und diskutieren über so manche etwas gewagte These oder die eine oder andere fragwürdige Interpretation. Leider ist das Literaturverzeichnis etwas kurz geraten, und ein Register wäre eine schöne Ergänzung. Dies tut aber dem guten Gesamteindruck keinen Abbruch: Es ist ein rundum empfehlenswertes Buch.


Karsten Prüßmann: Die Dracula-Filme – Von Friedrich Wilhelm Murnau bis Francis Ford Coppola, Heyne-Verlag, 1993, 288 S., zahlreiche Fotos

Derzeit herrscht mal wieder ein Vampir-Boom, zumindest im Film – dies scheint ein 20-Jahres-Phänomen zu sein: Vampirfilme boomten in den 30ern, den 50ern, den 70ern – und jetzt in den 90ern. Einen schönen Überblick über die wichtigsten Vampirfilme gibt ein ganz neues Buch von Karsten Prüßmann, das nicht nur die Daten präsentiert, sondern auch Hintergründe. Viele schöne Fotos ein ausführliches Register und ein Literaturverzeichnis machen dieses Buch fast zu einem Muß für Vampir-Fans.


Britta Radkowsky: Moderne Vampire- Mythos als Ausdruck der Persönlichkeit, Ubooks-Verlag, Neusäß 2005, 104 S.

Ein hübsches kleines Büchlein, in dem die Autorin vor allem Menschen nachspürt, die in der Vampirszene aktiv oder bekannt sind oder sich gar für Vampire halten (hier dann meist mit y geschrieben: Vampyre). Dementsprechend machen die Interviews mit den 8 Männern und 3 Frauen einen großen Teil aus: 28 der 104 kleinformatigen Seiten. Zieht man Literatur- und Filmliste und die Titelei ab, bleiben 60 Seiten, auf denen die Autorin versucht, die »Struktur des Mythos« ebenso zu erläutern (wie verschiedene Aspekte der Faszination des Vampirs (»Zeit besiegen«, »Zeit gewinnen«, »Zeit überwinden«) und die Bedeutung des Blutes. Als Überblick gelingt dies ganz gut, muss aber natürlich unvollständig bleiben; so fehlen etwa Hinweise auf die kulturübergreifende Bedeutung des Aussaugens, und die Darstellung des Volksglaubens (auf 4 Seiten!) wird durch die Auslassungen in manchen Punkten in der Tendenz schlicht falsch. Auch kann man über Radkowskys Interpretation des Vampir-Mythos als sekundärer bzw. »Scheinmythos« trefflich streiten. Auf die kurzen Überblicke über die literarischen und cineastischen Vampire hätte die Autorin besser verzichtet: Nicht nur ist die Auswahl fragwürdig, da nicht begründet (auf persönlichen Vorlieben beruhend), es haben sich da auch einige Fehler eingeschlichen, sowohl in den Inhaltsangaben wie in den Erläuterungen. Ich hätte es besser gefunden, wenn Radkowsky die Interviews ausgeweitet hätte, vielleicht auch mit Fotos versehen, und vor allem den Teil über »Vampyre, moderne Vampyr-Liebhaber«, der ja doch das zentrale Thema ihres Buches behandelt. Von den 16 Seiten sind 5 Zusammenfassungen der Interviews, so bleibt die Darstellung der modernen »Vampirliebhaber« leider etwas oberflächlich und manchmal nebulös, und führt der Titel die Interessenten in die Irre.
Wenn in einer Neuauflage der eine oder andere Fehler eliminiert und vor allem die Behandlung des eigentlichen Themas ausgebaut werden würde, erhielte das Büchlein von mir vielleicht ein »sehr zu empfehlen«. So ist es immerhin »lesenswert«.


BUCHTIPP: Dieter Sturm, Klaus Völker (Hrsg.): Von denen Vampiren oder Menschensaugern – Dichtungen und Dokumente, Suhrkamp 1994, 610 S.
sowie: Area, Wiesbaden 2006, 795 S.

Das beste Werk im deutschsprachigen Raum »Von denen Vampiren« erschien erstmals 1968 und ist nun in zwei sehr preisgünstigen ausgaben lieferbar: bei Suhrkamp als Taschenbuch für 13 Euro und seit 2006 bei Area gebunden für nur 9,95 Euro.
Das Buch beinhaltet einen hervorragenden Dokumentarteil, zwei sehr gute Essays, ein ausführliches Literaturverzeichnis und viele Geschichten, u. a. von Lord Byron, Théophile Gautier, E. T. A. Hoffmann, Heine, Tolstoi, Polidori, Baudelaire, Gogol, LeFanu (»Carmilla«) und Stoker (»Draculas Gast«).


Tony Thorne: Kinder der Nacht. Die Vampire sind unter uns (Children of the Night. Of Vampires and Vampirism, London 1999) – 312 Seiten, Rütten & Loening, Berlin 2002

Schade drum. Da macht sich ein Londoner Professor so viel Schreibarbeit, und dann kommt so ein dürftiges Elaborat heraus. Nun ja, laut Verlag schriebt er vorwiegend für Feuilleton und Radio, und da hat er wohl gedacht, ein Sachbuch könne man mit ähnlich leichter Hand angehen. Deshalb wahrscheinlich passt das Literaturverzeichnis auf eine Seite...
Zugegeben, Thorne schildert viele Varianten in Literatur und Kulturgeschichte, auch bei einigen Völkern. Doch bleibt dies sehr unvollständig, während er den Eindruck der Vollständigkeit zu erwecken sucht. Einiges ist falsch, und seine Schlussfolgerungen sind manchmal ganz schön gewagt. Allzuoft verfällt Thorne einem Reportagestil: nett erzählt, aber mit wenig Subsatnz oder gar Belegen. Vielleicht ist dies seinem Ziel geschuldet, den Vampir unbedingt als wesentlichen Teil der Popkultur darzustellen. Deshalb auch sein wenig effektiver Mischstil, den Thorne im Vorwort so begründet: »Eine Unterscheidung zwischen hoher und Popkultur, zwischen tragisch, komisch und ernsthaft, zwischen erzählender Literatur, Reisebericht. Essay und Anthologie ... wird durch die Anwesenheit des Vampirs gänzlich unerheblich.« Wie schon angemerkt: Schade drum!


BUCHTIPP: Frank Weinreich: Fantasy. Einführung, Oldib-Verlag, Essen 2007, 164 Seiten

Vampirliteratur gehört je nach Art und Definition mehr oder weniger in Teilen zur Fantasy, zumindest ist sie ihr verwandt. Auf jeden Fall lohnt es sich für an Vampiren und der Literatur darüber Interessierte, sich mit Fantasy auseinanderzusetzen. Denn seit der rapiden Entwicklung in den letzten Jahren, u. a. durch die Herr-der-Ringe-Filme und Harry Potter, ist Fantasy in Film und Literatur zu einem wichtigen Bestandteil der Populärkultur geworden. Bisher gibt es allerdings erst eine vergleichsweise geringe Anzahl theoretischer Betrachtungen und interpretierender Erklärungen, und die wenigsten davon sind allgemein verständlich.
Mit diesem Buch wird diesem Mangel abgeholfen. Frank Weinreich, promovierter Philosoph und Autor zahlreicher Beiträge zur Fantasy, liefert in vier Teilen eine Einführung in den Begriff und die Geschichte der Fantasy. Einer Definition von Fantasy folgt eine Betrachtung des Verhältnisses von Fantasy und Mythos, dann ein Überblick über Geschichte, Spielarten und Persönlichkeiten des Genres sowie schließlich die interpretierende Beschreibung dreier paradigmatischer Beispiele der Fantasy.
Der erste Teil mag für manche der spannendste sein, gab es doch bisher zwar schon viele Versuche, das Genre zu definieren oder einzugrenzen, aber kein allgemein akzeptiertes Ergebnis. Weinreich könnte diese Akzeptanz mit seiner so vorher nirgendwo entwickelten Definition erreichen, die sich auf das Übernatürliche als zentrales inhaltliches Erkennungsmerkmal des Genres konzentriert. Demnach gehört zum Genre der Fantasy jede fiktionale Erzählung – inkl. Film, Musik, bildende Kunst (einschließlich Comics) und Spiele (Computer-, Brett- und Rollenspiel) –, die das Übernatürliche als Handlungsbestandteil aufweist. Weinreich zeigt, dass dies meist durch drei charakteristische, ebenfalls auf der inhaltlichen Ebene zu findende Motive in Szene gesetzt wird: durch das für die Geschichte konstitutive Vorhandensein von Heldinnen und Helden, eine imaginäre Welt als Haupthandlungsort (diese kann auch der realen Welt entspringen) und die Magie als für die Erzählung selbstverständliches Faktum. Im weiteren Verlauf liefert Weinreich zwei Definitionen, eine weite und eine enge, was sich ähnlich wie bei meiner Definition des Vampirismus als ausgesprochen nützlich erweist.
Im zweiten Teil des Buches führt Weinreich in die Gedankenwelt der Mythologie ein und zeigt, wie die Fantasy dem mythischen Denken entsprang. Sehr schön sind seine Darlegungen über den (Schein-)Konflikt von Mythos und Logos, von epischem und Vernunftwissen, und über die Bedeutung der Mythen in der heutigen Zeit und für die moderne Gesellschaft.
Der dritte Teil des Buches bietet einen Abriss der Geschichte der Fantasy, wobei der Schwerpunkt wie in der realen Entwicklung des Genres auf Büchern liegt, auch wenn Filme und Computerspiele berücksichtigt werden. Gut sind Weinreichs Hinweise auf die enge Verbindung der Literatur und ihrer Entstehungssituation und -geschichte, an denen er immer wieder zeigt, dass die imaginären Welten der Fantasy unablösbar von der realen Welt entstehen und immer auch als »Kommentar« zur Realität verstanden werden sollten, wie Tolkien es einmal formulierte. Auch darin wird die Ähnlichkeit der Fantasy zum Mythos deutlich.
Mit Verweis auf die mittlerweile befriedigende Anzahl von Fantasybibliographien und -enzyklopädien verzichtet Weinreich bewusst auf eine vollständige Darstellung der Fantasygeschichte und hebt stattdessen wichtige Werke des Genres im Zusammenhang mit ihrer Entstehungszeit hervor – eine gezwungenermaßen subjektive Auswahl, die nicht unbedingt dem Geschmack der Leserin oder des Lesers entsprechen muss, aber auf jeden Fall interessant ist. Ähnliches gilt für die Auswahl der drei Werke, anhand derer Weinreich im vierten Teil seines Buches exemplarisch Hintergründe und Mechanismus aufzeigt. Sie gehören im Hinblick auf den Inhalt und/oder ihre Wirkungsgeschichte zu den wichtigsten Werken des Genres, und ihre Interpretation durch Weinreich ist auf jeden Fall lesenswert. Anhand von Tolkien (Mittelerde), Le Guin (Erdsee) und McKiernan (Mithgar) zeigt Weinreich, wie in der Verbindung von packender Unterhaltung, brillantem Erzählstil und der instruktiven Darstellung aktueller realweltlicher Sachverhalte und Probleme Fantasy Emotion und Intellekt gleichermaßen anzuregen vermag.
Weinreich verspricht uns zu Beginn, das »Phänomen Fantasy zu beleuchten und seine wesentlichen Bestandteile offen zu legen und zu diskutieren« sowie die »potenzielle Tragweite der phantastischen, märchenhaften Welten, die von unzähligen Autorinnen, Regisseuren, Spielerinnen und Rezipienten der Fantasy er- und gelebt wird, in ihrer Bedeutung für das Publikum von Fantasy als ›ernsthaftes Spiel‹ aufzuzeigen, das eine positive Bedeutung in der realen Lebensführung der Rezipienten und Rezipientinnen erlangen kann«. Dies ist ihm mit diesem sehr lesenwerten Buch absolut gelungen.


Becca Wilcott: True Blood – Sexy, blutig, untot. Das inoffizielle Fanbuch zur besten Vampir-Serie aller Zeiten – Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2011

TRUE BLOOD, die Fernsehserie um die telepathisch veranlagte Kellnerin Sookie Stackhouse nach der Buchreihe von Charlaine Harris, ist in meinen Augen weitaus besser als die Bücher. Sie ist tiefgründiger, geht weitaus eher auf soziale und ethische Probleme ein, thematisiert Rassismus und viele Probleme besonders in den Südstaaten der USA viel stärker und ist meiner Meinung nach auch erheblich unterhaltsamer. Obwohl Sex durchaus explizit eine Rolle spielt, tut er das auf eine weitaus härtere und weniger softpornografische (und langweilige) Weise als in den Büchern. Ich kann dem Untertitel dieses Fanbuches nur zustimmen: Für mich ist dies die beste TV-Vampirserie, zumindest für Erwachsene.
In diesem reich illustrierten Buch findet man alles Wichtige über die ersten beiden Staffeln der Serie, einen ausführlichen Episodenführer, nette Zitate und die nach Meinung der kanadischen Autorin gruseligsten Momente (und damit durchaus Diskussionsstoff). Interessant sind die Hintergrundinformationen zu den Locations, den Requisiten, der Musik und den Drehtechniken. Natürlich gibt es Biografien der HauptdarstellerInnen und einige Interviews. Anders als viele andere Fanbücher bietet dieses wirklich einen mehrwert und gute Unterhaltung!


Meredith Woerner: Vampire sehen, erkennen, handeln – Sanssouci im Carl Hanser Verlag, München 2011

Vampire und Vampirinnen sind immer wieder in, seit einigen Jahren gibt es wieder eine Welle. Zahlreiche Serien im Fernsehen drehen sich um sie, von kindisch-dümmlichen Varianten bis zu richtig harten spannenden wie etwa in True Blood. Dieses humorvolle und natürlich nicht ernst zu nehmende Büchlein ist ein gelungener Ratgeber für den Umgang mit den mehr oder weniger Untoten, so es sie denn gäbe, vor allem aber ein nettes Nachschlagewerk für die wichtigsten Eigenschaften der bedeutendsten und/oder (pop-)kulturtell erfolgreichsten VertreterInnen. Von der in der Werbung erwähnten (Kultur)-Geschichte sollte man nicht allzuviel erwarten, sie ist weder vollständig noch auch immer korrekt, vor allem in den zeiten vor dem 18. Jahrhundert. Aber das tut dem Vergnügen keinen Abbruch. es kann durchaus Spaß machen, zu überlegen, ob man mit der Autorin in der Einteilung in die depressiven oder vegetarischen oder bösartigen BlutsaugerInnen übereinstimmt. Seltene und/oder besondere Exemplare fehlen leider häufig, wie das ganze Buch sehr mainstream-orientiert ist und nicht selten obeflächlich (wenn schon Gott oder Gottlosigkeit oder die Seele erwähnt werden, würde ich doch gerne wissen, wie das in dem Zusammenhang gemeint ist). Das Buch ist amüsant und durchaus gelungene Unterhaltung ohne Tiefgang und mit manchen Lücken; wer nicht mehr erwartet, ist damit gut bedient.

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ISSN 1432-9484 · seit 1995 · 22. Jahrgang

»Der Vampirmythos ist einer der stärksten Mythen überhaupt. Der verliert niemals an Biss.«
Friedhelm Schneidewind im Interview im SONNTAG EXPRESS, Köln, 01.02.2009

»Der Vampirmythos existiert seit 2000 Jahren, er ist einer der ältesten Mythen der Menschheit.«
Friedhelm Schneidewind im Interview im KURIER, Wien, 22.11.2011

»Wie alle Horrorwesen taucht die Figur auf, wenn es Ängste und Umbrüche in der Gesellschaft gibt. Die Leute flüchten in dieses Genre ... Der jetzige Hype wurde aber auch durch das Internet gemacht.«
Friedhelm Schneidewind im Interview in den Stuttgarter Nachrichten, Heidelberg, 16.03.2011