Zunehmende Vampirattacken Brasilien

Anfang November 2005 meldete die Nachrichtenagentur ddp, dass Brasilien unter einer Vampir-Fledermaus-Plage leide.

Mindestens 38 Menschen starben laut Angaben der brasilianischen Gesundheitsbehörden in den ersten 10 Monaten des Jahres 2005 nach dem Biss einer Vampir-Fledermaus an Tollwut.

Die meisten Toten sind im entlegenen Norden Brasiliens zu beklagen sind – im ersten Halbjahr kamen im Bundesstaat Pará 15 Menschen ums Leben, ím September und Oktober starben im östlichen Nachbarstaat Maranhão 23 Menschen an Tollwut, meist Kinder, die im Schlaf von Vampir-Fledermäusen gebissen worden waren und danach erkrankten.

Die Gesundheitsbehörden brauchten lange, bis sie die Brisanz erkannten. Erst im Herbst begann man damit, gefangene Fledermäuse mit Gift zu bestreichen; Fledermäuse reinigen sich durch Lecken gegenseitig das Fell.

Die Tollwut ist in Brasilien nach Massenimpfungen von Hunden und Katzen in letzter Zeit auf dem Rückzug. Das könnte sich aber ändern, wenn die Vampir-Attacken weiterhin so sprunghaft ansteigen: Wurden in Pará vor zwei Jahren noch 383 Fledermaus-Bisse gemeldet, waren es bis Ende Oktober 2005 bereits über 15 000.

Die Gründe für diese Zunahme kennt niemand genau. Wahrscheinlich zieht das Abholzen der Wälder und das Vordringen der Viehwirtschaft Fledermaus-Plagen nach sich, aber warum die Vampire mehr Menschen anfallen, erklärt dies nicht.