Kongress der Dracula-Society 2003

24. bis 26. Januar 2003 in Fernwald/Hessen

YouTube: Bericht im Hessischen Rundfunk, Hessenschau, 26.01.2003

Der Kongress der Dracula-Society 2003 fand in Fernwald in Hessen statt, wo sich bekannte Erforscher des Vampirismus, des Mythos um die Blutsauger und aller damit verbundenen Erscheinungen versammelt hatten. Die meisten der Referenten waren auch bei den letzten Kongressen bereits dabei gewesen, so 1998 in Grünberg (siehe Bericht) beim kongress der Vorgängerorganisation, der Transsylvanian Society of Dracula, von der sich die Dracula-Society inzwischen abgespalten hat.
Hier ein paar Eindrücke mit Fotos und einem kleinen Video-Ausschnitt.
So erläuterte Friedhelm Schneidewind, Autor von »Das kleine Vampir-Abc« und »Das Lexikon rund ums Blut« im Eröffnungskongress am Freitagabend, ob ein Vampir prinzipiell und immer böse sein muss oder ob nicht. Die Folien zu diesem Vortrag können hier als PDF (493 KB, zuletzt 2012 aktualisiert) heruntergeladen werden, weitere Bilder zum Vortrag (30 KB) sowie einen kleinen Film gibt es hier zu sehen.
Am späten Abend las Christian von Aster, bekannt auch als Autor von »Das Horror-Lexikon«, noch mehrere Vampirerzählungen aus eigener Feder.
Am nächsten Tag gab es ein volles Programm mit vielen Vorträgen. Der Kölner Kriminalbiologe Mark Benecke, Autor des viel beachteten Buches »Mordsmethoden« (2002) und »Mordspuren« (2007), Spezialist für forensische Entomologie (Insektenkunde), berichtete sehr lebendig über »Motive des Vampirismus in Jugendsubkulturen« und zeigte anhand vieler Bilder die Verbindungen von Gothic-, Lack- und Leder-,  Fetisch-, SM- und Vampirszene speziell in den USA auf.
Dr. Peter M. Kreuter erläuterte temperamentvoll neue Untersuchungen zur Herkunft des Namens bzw. Wortes Vampir; er ist u. a. Autor des Artikels »Der Name des Vampirs – Eine kritische Darstellung neuerer linguistischer Thesen«.
Der Religionswissenschaftler Dr. Marco Frenschkowski, der 1998 den viel beachteten Vortrag  »Die blutende Göttin – Lilith in christlicher und jüdischer Rezeption« gehalten hatte, wollte gemeinsam mit seiner Tochter Tatjana in dem Vortrag  »Buffy the Vampire-Slayer: Anmerkungen eines Religionswissenschaftlers« den religionswissenschaftlichen Hintergrund der Serie beleuchten; teilweise wurde es aber eher zu dem – sehr amüsanten – Versuch, die Faszination zu erklären, die die Serie auf viele ausübt.
Die Betreiber des Vampir-Shop im Internet stellten ihr Angebot vor, besonders die Vampirzähne, die sie dort als Maßanfertigung und in Zanhtechniker-Qualität anbieten.
Der Frankfurter Mythen-Forscher Hans Meurer (links), Autor der Sachbücher »Der dunkle Mythos« und »Die Engel der Finsternis«  leitete einen literarischen Workshop zum Thema »Spurensuche und Autorentum«. 
Am Sonntag stellte er dann den Plan für »Draculas Museum der Vampire und Fledermäuse« vor, das an Halloween 2003 in Laubach eröffnet werden soll. Unterstützt wird dies vom Leiter der Frankfurter Vogelschutzwarte, Klaus Richarz (rechts), Autor des wunderschönen Buches »Fledermäuse. Fliegende Kobolde der Nacht« (Stuttgart 1992).
Ebenfalls am Samstag nachmittag fand die Uraufführung des musikalischen Programmes »Blut und Minne: Musik aus der Zeit des Vlad Țepeș« von und mit Conventus Tandaradey statt, an diesem Tag in Minimalbesetzung mit Friedhelm und Ulrike Schneidewind; mehr zu diesem Programm unter http://www.tandaradey.de/blumi.htm.
Außerdem wurde eine Branle von Thoinot Arbeau mit den ZuschauerInnen geübt, die am Abend beim Ball vom Publikum aufgeführt wurde zum Spiel von Drehleier und Trommel.
Höhepunkt in gesellschaftlicher Hinsicht war der Ball am Samstagabend.
Das Publikum tanzte Branle, Walzer ... 
aber auch moderne Tänze – links sieht man Elisabeta, Carmilla und Clarimonde (von links) – und sehr schöne Gesangsdarbietungen von Tobias ...
... und Elisabeta, die vom Publikum begeistert aufgenommen wurden.
 
Höhepunkt des Abends war die Wahl von Mr. und Miss Dracula.
Bei den Herren fiel auch nach mehreren Wahlgängen keine Entscheidung, so dass es schließlich zwei Gewinner gab: Uwe Sommerlad als Mr. Dracula Senior und Tobias Strohmaier als Mr. Dracula junior.
Bei den Damen gab es ein klare Entscheidung. Es siegte »Carmilla« Ulrike Schneidewind (rechts) vor den beiden gemeinsam den zweiten Platz belegenden Elisabeta und Clarimonde.
Mehrere Fernsehsender waren da, vor allem der HR drehte lange. Hier einige Eindrücke aus dem Bericht, oben links Clarimonde und Elisbeta, unten links Carmilla und rechts Ulrike Wyche, die Präsidentin der Dracula-Society, im Gespräch mit dem Autor dieser Zeilen.
Der Bericht zur Wahl von Mr. und Miss Dracula vom Hessischen Rundfunk (Auszug von 18 Sekunden) kann hier heruntergeladen werden: wahlweise als 
 

Kompletter Bericht im Hessischen Rundfunk, Hessenschau, 26.01.2003, auf youtube
oder als WMV – 2:14 Min. – 320x240 – 12,3 MB

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